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Vom Wasser und seiner Härte

Wasser von Kalk zu befreien, verbraucht Ressourcen – und schont gleichzeitig die Umwelt. Eine gesamtheitliche Betrachtung.

Text — Raphael Hegglin

 

UNSER LEITUNGSWASSER

«Wasser (H2O) ist eine chemische Verbindung aus den Elementen Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H). Es ist farb-, geruch- und geschmacklos», so das Lexikon der Chemie. Doch trifft diese Beschreibung nur auf ultrareines Wasser aus dem Labor zu. Unser Leitungswasser hingegen besteht nicht nur aus H2O, sondern enthält zahlreiche darin gelöste Substanzen. So sorgen die Mineralsalze und die gelösten Gase für den individuellen Geschmack von Trinkwasser – und dieser unterscheidet sich von Region zu Region.

Wie gelangen die erwähnten Substanzen in unser Wasser? Schon beim Herunterfallen als Regentropfen lösen sich verschiedene Gase im Wasser. Beim anschliessenden Weg durch Erdreich und Fels nimmt das Wasser zusätzlich Mineralsalze auf. Die Bodenbeschaffenheit ist dabei ausschlaggebend für die Zusammensetzung und die Konzentration der Mineralien. Ist der Boden bzw. das Gesteinkalk- oder kreidehaltig, so lösen sich daraus viele Calcium- und Magnesium-Ionen: Das Wasser ist dann stark kalkhaltig – oder hart, wie wir sagen.

WER MIT HARTEM WASSER WÄSCHT, BENÖTIGT MEHR WASCHMITTEL – EGAL OB FÜR KLEIDER ODER KÖRPER

KALK BEHINDERT WÄRMEÜBERTRAGUNG

Eine durchschnittliche vierköpfige Familie verbraucht jährlich etwa 180 Kubikmeter Leitungswasser. Ist dieses hart, so gelangen dadurch mehr als 60 Kilogramm Kalk in die Gebäudeinstallation. Sichtbar wird das zum Beispiel an den weissen Flocken im Teekocher, Kalkrändern an Duschbrausen und Hähnen sowie kurzen Wartungs-Intervallen bei Wasserboilern.

Doch hartes Wasser hat weitere Nachteile: So behindert eine Kalkschicht die Wärmeübertragung, sprich, sie isoliert. Je dicker die Schicht auf Wärmetauschern in Boilern, Waschmaschinen oder Wasserkochern ist, desto weniger effizient arbeiten diese Geräte – und desto mehr Energie verbrauchen sie, um Wasser zu erwärmen.

Kalk verschlechtert die Energieeffizienz und verkürzt die Lebensdauer von Geräten. Eine Entkalkungsanlage wirkt dem entgegen.

 

TONNENWEISE WASCHMITTEL SPAREN

Wer mit hartem Wasser wäscht, benötigt mehr Waschmittel – egal ob für Kleider oder Körper. So lässt sich der Waschmittel-, Shampoo- und Seifenverbrauch mit weichem Wasser um bis zu 50 Prozent reduzieren. Zum Vergleich: In der Schweiz werden jährlich rund 150’000 Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel verbraucht. Das entspricht einem Verbrauch von über 20 Kilogramm pro Person und Jahr. Wie stark weiches Wasser den Seifen und Waschmittelverbauch senken kann, lässt sich übrigens in der Umwelt Arena Spreitenbach testen: Dort stehen am Infostand der Firma Atlis zwei Lavabos – eines mit hartem und eines mit weichem Wasser. Besucherinnenund Besucher können so selbst vergleichen. Weiches Wasser schont zudem die Wäsche und vermindert den Abrieb von Fasern. Das erhöht deren Lebensdauer und reduziert den Weichspüler-Verbrauch. Handelt es sich um Kleidung
aus Kunstfasern, so kommt eine weitere Problematik ins Spiel: Ihr Abrieb bildet Mikroplastik, der übers Abwasser im Meer und in der Nahrungskette landet. Insbesondere bei synthetischer Bekleidung sollte der Abrieb beim Waschen daher so gering wie möglich sein.

INFO

Foto: Schweizer Salinen

 

UNSER SALZ

Das Schweizer Salz (Natriumchlorid; NaCl) stammt aus den drei Salinen in Schweizerhalle, Riburg und
Bex. Diese Salz-Lager haben sich vor etwa 250 Millionen Jahren gebildet, als ein Seitenarm des Urmeers
auszutrocknen begann. Tektonische Bewegungen und die Auffaltung der Alpen haben die Salzschichten dann tief in der Erde begraben. Schon vor rund 500 Jahren entdeckte man hierzulande das weisse Gold und begann es zu fördern. Heute gelangen jährlich 600’000 Tonnen Schweizer Salz an die Erdoberfläche. Doch unsere Salzlager sind so gross, dass die Versorgung auf Jahrhunderte hinaus gesichert ist. Der grösste Teil des Salzes wird hierzulande zum Auftauen verbraucht (30 – 50 %), gefolgt von Gewerbe- und Industriesalz (20 – 35 %) und Speisesalz (10 %). Regeneriersalze zur Entkalkung machen etwa 8 % des schweizerischen Salzverbrauchs aus. Wie das meiste hierzulande verbrauchte Salz gelangt Regeneriersalz, nachdem es verwendet wurde, über die Kanalisation und Flüsse zurück ins Meer, wo es herstammt. Es trägt also nicht zur problematischen Bodenversalzung bei – diese wird durch die Auftausalze verursacht.

WASSER WEICHER MACHEN

Eine Wasserenthärtungsanlage entfernt Kalk aus dem Wasser, macht es also weicher. Allerdings: Nicht jedes Verfahren ist gleich effizient – manche sind sogar unwirksam. So zeigt eine Untersuchung des Instituts für Umwelt- und Verfahrenstechnik an der Hochschule für Technik Rapperswil, dass Permanent-Magnete und Elektrofeld-Systeme den Kalkgehalt kaum reduzieren. Wirksam sind hingegen die Membran-Filtration (Gegenosmose) sowie Ionenaustauscher. Membranfiltration ist eine aufwendige Technologie, die in der Regel nicht in Privathaushalten zum Einsatz gelangt.

Einfacher ist die Wasserenthärtung mittels Ionen- Austauscher. Dort fliesst das Leitungswasser durch Kartuschen, die mit einem Ionen-Austauscher-Harz befüllt sind. An dieses binden die Calcium- und Magnesium- Ionen, also die wesentlichen Bestandteile des Kalks. Dabei verdrängen sie – weil sie bindungsfähiger sind – ans Harz gebundene Natriumionen.
 

ÖKOLOGISCHE VORTEILE VS. SALZVERBRAUCH

Das Ionenaustauscherharz muss regelmässig regeneriert werden. Das geschieht mittels konzentrierter Kochsalzlösung: Bei grossem Kochsalzüberschuss wird der Kalk wieder vom Harz verdrängt, wodurch dieses erneut einsatzfähig ist. Der Salzverbrauch solcher Wasserenthärtungsanlagen belastet die Umwelt in gewissem Masse, da das Gewinnen und der Transport von Salz Energie verbraucht – genauso wie die Herstellung der Kartuschen.

Demgegenüber stehen jedoch die vielen ökologischen Vorteile von weichem Wasser. Insbesondere in Gebieten mit hartem Wasser führt die Wasserenthärtung daher zu einer guten Ökobilanz, da ihre Vorteile überwiegen.

 

Dieser Beitrag ist eine Zusammenarbeit mit Haus Magazin und