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Standby-Verbrauch bei Elektrogeräten

Geräte sollten, wenn immer möglich, ganz vom Netz getrennt werden. Das spart nicht nur eine Menge Strom, sondern erhöht auch die Sicherheit zuhause.

Text — Raphael Hegglin

 

Würden alle Schweizer Haushalte während des Urlaubs ihre Elektrogeräte ausstecken, liesse sich eine
Menge Strom sparen: etwa so viel, wie 18‘000 Haushalte in einem Jahr verbrauchen. Grund für den unnötigen Stromverbrauch ist der Standby-Betrieb. Er ermöglicht es Elektrogeräten, auf Knopfdruck sofort zu funktionieren – ohne lange Wartezeiten und ohne Aufwärmphasen.

Der Standby ist also so etwas wie ein Schlafmodus, aus dem Geräte schnell erwachen und betriebsbereit sind. Dabei benötigen sie zwar wesentlich weniger Strom, als wenn sie laufen, doch in der Summe fällt auch der Standby-Verbrauch ins Gewicht. Am einfachsten lässt sich dieser vermeiden, indem man den Stecker zieht. Laut EnergieSchweiz lohnt sich das bereits ab einem Tag Abwesenheit. Und nicht nur das: Ist der Stecker gezogen, sind empfindliche Geräte wie Computer und Fernseher vor Blitzschlag geschützt. Befinden sie sich hingegen am Netz, so kann ein in der Nähe einschlagender Blitz Spannungsschwankungen erzeugen, was zu irreparablen Schäden führen kann. Bei Gewitter sollte man deshalb empfindliche Elektrogeräte immer vom Netz nehmen.

Ein weiterer Vorteil ausgesteckter Geräte ist der Brandschutz. Es kommt zwar selten vor, doch können Elektrogeräte einen Brand verursachen. Meist wird ein solcher durch den entstehenden Geruch frühzeitig erkannt, wodurch sich Schlimmeres vermeiden lässt – bei Ferienabwesenheit ist das allerdings nicht der Fall.

EINFACH UND KOSTENGÜNSTIG SIND KONVENTIONELLE STECKERLEISTEN MIT SCHALTER

ABSCHALTEN MIT STECKERLEISTE

Bei jedem Gerät den Stecker zu ziehen, ist je nach Haushalt aufwendig und zeitraubend. Mit Abschalthilfen lässt sich der Standby-Verbrauch ohne grossen Aufwand reduzieren. Einfach und kostengünstig sind konventionelle Steckerleisten mit Schalter: Ist die Steckerleiste ausgeschaltet, so sind alle angeschlossenen Geräte vom Netz getrennt.

Noch einfacher geht es mit einer Master-Slave-Steckerleiste. Sie koppelt ein Hauptgerät (Master) mit Nebengeräten (Slave). Schaltet man das Hauptgerät ein, so starten auch die übrigen Geräte, die vorher komplett abgeschaltet waren. Master-Salve-Steckerleisen eignen sich vor allem für PC-Arbeitsplätze.
Wird der PC eingeschaltet, bekommen auch die Peripheriegeräte wie Drucker oder Monitor Strom. Ist der PC aus, sind die Peripheriegeräte vollständig vom Netz getrennt, brauchen also keinen Strom für den Standby. Die Master-Slave-Steckerleiste ist somit eine automatische und deshalb bequeme Alternative zur manuellen Abschalthilfe.

 

ES GEHT AUCH AUTOMATISCH

Ganz von alleine funktionieren automatische Abschalthilfen. Sie lassen sich an Steckerleisten anschliessen und erkennen, wenn ein Gerät abgeschaltet wird und in den Standby-Modus fällt. Der Ecoman zum Beispiel reduziert so den Standby-Verbrauch eines Gerätes auf 0,1 Watt, was ein sehr tiefer Wert ist. Mit Fernschaltern wiederum lassen sich Elektrogeräte komfortabel ausschalten: Per Fernbedienung lassen sich mehrere codierbare Empfänger – jeweils an ein Elektrogerät angebracht - ein- und ausschalten. Funk-Fernschalter haben eine Reichweite von bis zu 40 Meter und gehen auch durch Gebäudewände. Fernschalter mit Infrarot arbeiten hingegen nur bei Sichtkontakt.

CHECKLISTE

6 ENERGIESPAR-TIPPS

Bevor die Reise losgeht, empfiehlt es sich, folgende Geräte auszustecken:

  • KÜCHE: Kaffeemaschine, Mikrowelle, Küchengeräte wie Toaster und Eierkocher
  • WOHN- UND ARBEITSZIMMER: Musikanlage, Fernseher, DVD-Player, Set-Top-Box, Computer samt Zubehör wie Monitor und Drucker, Smartphone-Ladegeräte, schnurlose Telefone
  • SCHLAFZIMMER: Radiowecker, Musikanlage
  • BADEZIMMER: Ladegeräte für elektrische Zahnbürsten und Rasierapparate.
  • BOILER: Auch hier gibt es Sparpotenzial. Allerdings lohnt es sich ein Abschalten nur, wenn man eine Woche oder länger ausser Haus geht.
  • TIPP: Ist der Kühlschrank oder die Tiefkühltruhe leer, lohnt es sich, auch diese abzuschalten. Ihre Türen sollten dann aufgelassen werden, da sich sonst im Inneren üble Gerüche und Schimmel bilden können.

DIE HEIMLICHEN STROMFRESSER

Auch mittels Smartphone lassen sich Elektrogeräte ein- und ausschalten. So gibt es Stecker, die sich zwischen Steckdose und Geräte zwischenschalten lassen, mit dem WLAN Kontakt haben und sich über das Heimnetz steuern lassen. Per installierter App auf dem Smartphone können so Elektrogeräte vom Netz genommen und das Licht- ein und ausgeschaltet werden. Zudem lässt sich anzeigen, welche Geräte im eigenen Haus laufen, welche im Standby schlummern und welche ganz abgeschaltet sind. Ein Grossteil des Stromverbrauchs lässt sich ohne Komfortverlust reduzieren. Doch dazu muss man zuerst wissen, wer
die heimlichen Stromfresser sind. Ein Strommessgerät zeigt, wieviel eine Set-Top-Box, eine Lampe oder
ein Handyladegerät verbraucht – bei voller Arbeitsleistung wie auch im Standby-Modus. Strommessgeräte
sind mittlerweile für unter 30 Franken im Baumarkt erhältlich und messen präzise. Es lohnt sich, einmal mit einem solchen Gerät durchs Haus zu gehen und den Eigentest zu machen. Die eine oder andere Überraschung wird es dabei geben.