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Energieverbrauch bei Haustechnik

Haustechnik läuft praktisch von selbst – und verbraucht pausenlos Energie. Dementsprechend gross ist das Sparpotenzial.

Text — Raphael Hegglin

 

Energiesparen ist eigentlich ganz einfach: Wer in die Ferien verreist, zieht bei den Elektrogeräten den Stecker und reduziert so den Standby-Verbrauch ohne Aufwand auf null. Wer ein neues Elektrogerät kauft, achtet auf die Energieetikette und kauft eines der besten Energieeffizienzklasse – dank Tipps und Labels ist Energiesparen ein Kinderspiel. Doch die still im Hintergrund laufenden Geräte gehen gern vergessen. Obwohl sie tagein, tagaus Energie verbrauchen. So läuft die ineffiziente Heizungspumpe im Keller nun schon seit über 15 Jahren ohne Mätzchen, dem Warmwasserboiler reicht ein gelegentlicher Service, und dank Brennerersatz konnte die Lebensdauer der Ölheizung auf über 25 Jahre erhöht werden. Doch es lohnt sich auch hier, auf Effizienz zu setzen und gelegentlich zu erneuern.

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BEISPIEL HEIZUNGSPUMPE

Ein typischer stiller Stromfresser ist die Heizungspumpe. Sie sorgt dafür, dass das Wasser im Heizkreislauf zirkuliert, also vom Wärmerzeuger zum Heizkörper oder zur Bodenheizung gelangt und von da wieder zurück. Das geht mit grossem oder vergleichsweise kleinem Energieaufwand. Pumpen der neusten Generation – gekennzeichnet mit der Energieeffizienzklasse A – sparen bis zu 75 Prozent Strom gegenüber älteren Modellen. Umwälzpumpen in haustechnischen Anlagen haben also ein nicht zu unterschätzendes Sparpotenzial: Sie verbrauchen heute rund drei Prozent des Schweizer Stroms. Das entspricht etwa dem, was Waschmaschinen und Tumbler zusammen verbrauchen, und macht im Extremfall über zehn Prozent des Haushaltstroms aus. Bei einem Heizungsersatz oder dem Ausfall der Pumpe empfiehlt sich deshalb auf jeden Fall, eine Heizungspumpe der Energieeffizienzklasse A installieren zu lassen.

 

EFFIZIENTE TECHNIK

Die Wärmeerzeugung selbst ist ebenfalls effizienter geworden. Während früher das Wasser direktelektrisch – also wie mit einem grossen Tauchsieder – im Warmwasserboiler erwärmt wurde, sorgen heute zum Beispiel Wärmepumpenboiler für beste Energieeffizienz. Denn die darin integrierte Wärmepumpe gewinnt einen Grossteil der Energie zur Warmwasseraufbereitung aus der Umgebungsluft. So lässt sich der Stromverbrauch gegenüber der herkömmlichen Elektro-Wassererwärmung um rund 66 Prozent senken.

Auch fossile Heizungen sind heute effizienter. Kondensierende Öl- und Gasbrenner benötigen 10 bzw. 15 Prozent weniger Brennstoff für die gleiche Menge an Wärmeenergie wie veraltete Modelle. Zentral ist zudem die richtige Dimensionierung einer Heizung. Im Fall einer Öl- oder Gasheizung ist das besonders wichtig: Zu gross gewählte Ölbrenner zum Beispiel schalten bis zu 50 000 mal pro Jahr ein und aus – ein schlechter Wirkungsgrad sowie eine verkürzte Lebensdauer sind die Folgen davon. Gut angepasste, modulierende Brenner kommen hingegen mit einigen hundert Brennzyklen aus.

 

SONNE MACHT WARMWASSER

Bei einem bevorstehenden Heizungsersatz sollten Hauseigentümer eine energetische Modernisierung
zumindest in Betracht ziehen. Durch die verbesserte Wärmedämmung sinkt der Heizwärmebedarf; die Heizung muss nach einer energetischen Sanierung also weniger leisten. Ersetzt man zuerst die Heizung und dämmt erst danach, so ist die Heizung überdimensioniert. Es ist deshalb meist sinnvoll, den Ersatz von Heizung oder Heizkessel mit neuen Fenstern und zusätzlicher Wärmedämmung zu kombinieren.

Wer die Investitionen möglichst tief halten will, entscheidet sich beim Heizungsersatz heute oft noch für eine neue Öl- oder Gasheizung. Doch auch wer nicht auf erneuerbare Energie umsteigt, kann etwas für die Umwelt tun: Wer die Kraft der Sonne nutzt, kann seine Umweltbilanz zusätzlich verbessern. Mit Sonnenkollektoren lässt sich ein Teil der Wärme für Warmwasser und Heizung gewinnen – CO2-neutral und ohne auf ein Netzwerk angewiesen zu sein. Bei einem Einfamilienhaus lässt sich bis zu 40 Prozent des Wärmebedarfs mit der Sonne decken. Wer noch weiter gehen will, produziert dazu eigenen Strom mit einer Photovoltaikanlage. Die kluge Kombination verschiedener Systeme führt so zu einer deutlich besseren Umweltbilanz und tieferen Heizkosten.

 

BETRIEB OPTIMIEREN

Geräte, die einwandfrei laufen, will man meist nicht ersetzen. Energiesparen lässt sich trotzdem. So können bestehende Heizungen betriebsoptimiert werden; dazu sollten Hausbesitzer den Betrieb ihrer Heizung im Auge behalten: Ist es im Haus gleichmässig warm oder gibt es grosse Temperaturunterschiede zwischen den Räumen? Wie ist der Energieverbrauch im Vergleich zu ähnlichen Häusern? Kommt es zu grossen Abweichungen, ist eine Analyse durch eine Fachperson empfehlenswert. Basierend darauf lässt sich eine Betriebsoptimierung durchführen, die Heizung läuft dann wieder effizienter und die Räume sind ausgeglichen warm. Und ein zusätzlicher Tipp: Schwefelarmes Heizöl erbringt einen höheren Wirkungsgrad und schont die Umwelt. Der kleine Aufpreis lohnt sich, da die Ölheizung so merklich weniger Brennstoff benötigt.

Sanitäre Anlagen gehören auch zur Haustechnik. Mit minimalem Aufwand lässt sich hier viel für die Umwelt tun. Denn fünf Minuten Duschen verbraucht etwa einen bis drei Deziliter Heizöl fürs Wassererwärmen. Es geht auch effizienter: Mit Sparbrausen lässt sich der Wasser- und Energieverbrauch mehr als halbieren – ohne dabei weniger sauber zu werden. Die Energieetikette zeigt auf, welche Brausen die effizientesten sind. Sie sind mit der Klasse A gekennzeichnet.