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Förderbeiträge für Sanierungen

Steigende Energiepreise, CO2-Belastung, knappe Ressourcen: Die Gründe, um Energie zu sparen, sind zahlreich. Nach wie vor können Hausbesitzer daher von Förderprogrammen profitieren. Ein Überblick.

Text — Raphael Hegglin

 

GROSSES SPARPOTENZIAL

Sparmassnahmen im Gebäudebereich gehören zu den angenehmeren: Sie erfordern keinen Verzicht, sondern bewirken sogar meist eine Komfortsteigerung. Denn neben tieferen Heizkosten sind die Temperaturen in einem ausreichend gedämmten Haus ausgeglichen: Im Winter ist es überall gleichmässig warm, und im Sommer überhitzen sich die Wohnräume kaum.

Doch sind Gebäudesanierungen auch mit hohen Kosten verbunden. Sie wollen daher wohl überlegt und gut geplant sein. Dazu gehört auch, Förderbeiträge frühzeitig zu beantragen. Denn heute besteht in der Schweiz eine Vielzahl von Förderprogrammen – eines auf Bundesebene und zahlreiche in den Kantonen und Gemeinden. Zusammengenommen können sie einen entscheidenden Anreiz bilden, umfassend energetisch zu sanieren und nicht nur eine sogenannte Pinselrenovation vorzunehmen. Auch können diese Programme Hausbesitzern ermöglichen, energetisch bessere Bauteile zu wählen, ohne dabei mehr bezahlen zu müssen.

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ENERGIEPOLITIK IN DER SCHWEIZ?

Die Kantone haben bei der Umsetzung eidgenössischer Gesetzgebungen – wie das Energiegesetz
oder das Stromversorgungsgesetz – viele Freiheiten. Zentral ist dabei das Energiegesetzes. Es präzisiert
für den Gebäudebereich, wo die Kantone Vorschriften zu erlassen haben. Die Kantone werden darin verpflichtet, günstige Rahmenbedingungen für die sparsame und rationelle Energienutzung sowie die Nutzung erneuerbarer Energien zu schaffen. Ebenso müssen sie Vorschriften über die sparsame und rationelle Energienutzung in Neubauten und in bestehenden Gebäuden erlassen sowie die Umsetzung entsprechender Verbrauchsstandards unterstützen. Mit den «Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich» (MuKEn) steht den Kantonen dazu ein umfassender Massnahmenkatalog zur Verfügung. Die MuKEn haben die Harmonisierung im Bereich der kantonalen Energievorschriften zum Ziel. Mittlerweile ist bereits die dritte Fassung in Kraft: Die heute aktuellen MuKEn 2014 sind die konsequente Weiterentwicklung der MuKEn 2008 und MuKEn 2000 sowie der Musterverordnung rationelle Energienutzung in Hochbauten von 1992. Ein nach MuKEn 2014 realisierter Neubau soll zum Beispiel nur noch rund 3,5 Liter Heizöl-Äquivalente (pro Quadratmeter und Jahr) an Wärmeenergie verbrauchen, umfassend sanierte Gebäude rund 8 Liter Heizöl-Äquivalente. Damit nehmen die Kantone ihre energiepolitische Verantwortung zur Reduktion des Energieverbrauchs im Gebäudebereich wahr. Das Basismodul der MuKEn wurde in fast allen Kantonen vollständig umgesetzt. Die Umsetzung der MuKEn 2014 ist bei den Kantonen im Gange. Wie weit die MuKEn 2014 umgesetzt werden, liegt in der Kompetenz der Kantone.

UMFASSENDES GEBÄUDEPROGRAMM

Die zahlreichen, teilweise temporären Förderangebote sind oft schwer überschaubar. Daher ist auch von einem Förderdschungel die Rede. Internetplattformen helfen, den Überblick zu behalten. Unbedingt kennen sollte man das Gebäudeprogramm, denn dieses läuft schweizweit. Das Gebäudeprogramm fördert bei Liegenschaften Energieeffizienzmassnahmen wie die Dämmung von Dächern und Fassaden, die Abwärmenutzung, Effizienzsteigerungen bei der Gebäudetechnik oder den Einsatz erneuerbarer Energien. Die Grundlagen des Gebäudeprogramms sind im CO2-Gesetz und im Energiegesetz festgelegt. Darin verankert ist die CO2-Abgabe auf Brennstoffe. Ein Drittel dieser Einnahmen – limitiert auf maximal 450 Millionen Franken pro Jahr – wird für den Gebäudebereich verwendet. Diesen vom Bund zur Verfügung gestellte Betrag ergänzen die Kantone mit 60 bis 100 Millionen Franken jährlich.

INFO

FÖRDERPROGRAMME SCHWEIZ

Aktuellen Überblick über die verfügbaren Förderprogramme des Bundes, der Kantone und der Gemeinden gibt die Website www.energiefranken.ch. Die Suche ist kostenlos, Hausbesitzer müssen dazu nur die Postleitzahl eingeben.

Informationen zum Gebäudeprogramm sind verfügbar unter: www.dasgebaeudeprogramm.ch Auf der Website von EnergieSchweiz bekommt man einen umfassenden Überblick über Vorschriften, Förderprogramme und neue Technologien.

FRÜHZEITIG ANMELDEN

Die Kantone legen selbst fest, welche Massnahmen zu welchen Bedingungen gefördert werden. Detaillierte Informationen zu den unterschiedlichen Fördermassnahmen sind auf der Website www.dasgebaeudeprogramm.ch ersichtlich. Bei Fragen können sich Hausbesitzer auch direkt an die Bearbeitungsstelle ihres Kantons wenden. Dort ist das Fördergesuch dann einzureichen.

Wichtig ist, dass das Gesuch vor Baubeginn eingereicht wird. Die meisten Förderprogramme setzen dies voraus. Teilweise ist zudem ein GEAK-Plus erforderlich – auch dieser muss vor Baubeginn erstellt worden sein. Frühzeitige Planung ist also im Hinblick auf mögliche Fördergelder zentral.