Säulenobst: Ideal für kleine Gärten

Säulenobst wird immer beliebter. Ein Grund dafür ist der geringe Platzbedarf. Auch ist es sehr pflegeleicht, insbesondere was den Schnitt angeht.

Text & Fotos — Brigitt Buser

 

NEUE SORTEN ENTDECKEN

Wer hätte nicht gerne einen Apfel-, vielleicht noch Birn-, Zwetschgen- und sogar einen Kirschbaum in seinem Garten? Wohl alle, aber leider nehmen diese Bäume, auch wenn es sich dabei um Halb- oder Niederstammobst handelt, bald ein beträchtliches Ausmass an. Anders bei Säulenobst. Ob Kirsche, Apfel, Birne, Zwetschge oder gar Pfirsich, Nektarine und Aprikose, hier handelt es sich um schlankwachsende Bäume mit einem maximalen Durchmesser von etwa einem Meter.

Links: Im Vordergrund Säulenapfel Rondo. Dahinter eine Säulenzwetschge.
Rechts: Säulenbirne der Sorte Decora mit süssen Früchten.

VIELSEITIG EINSETZBAR

Grosses Plus bei Säulenobst ist, dass die schlanken Bäume mit relativ wenig Platz auskommen. Zudem ist es im Garten wie auch auf Terrasse und Balkon in grossen Gefässen vielseitig einsetzbar. Nicht nur als Solitärbaum ist Säulenobst ein Eyecatcher: Mehrere im Abstand von mindestens einem Meter gesetzte Exemplare ergeben beim Sitzplatz oder an der Nachbarsgrenze einen attraktiven Sichtschutz mit überreichem Blütenschmuck im Frühjahr. Zudem pro Baum mehrere Kilo leckeres Obst ab Sommer. Dazu muss der Standort aber unbedingt sonnig sein. Bei Kirsche, Apfel, Birne oder Zwetschge zudem gut durchlüftet.

AUFGRUND IHRER SCHMALEN FORM EIGNET SICH SÄULENOBST AUCH SEHR GUT FÜR DIE GESTALTUNG MODERNER GÄRTEN

ANDERER WUCHS, ANDERER SCHNITT

Der Säulenapfel wächst sehr langsam und eher schwach. Daher bilden Säulenapfelsorten direkt am Stamm viele Kurztriebe mit reichlichen Blütenansätzen. Bei den anderen Kern- und Steinobstarten handelt es sich um Sorten, welche kompakt im Wuchs sind und, dank der Bildung von relativ steilen Seitentrieben, schlank und schmal bleiben. Die meisten Sorten erreichen eine Höhe von drei bis dreieinhalb Metern. Der Säulenapfel benötigt keinen Schnitt, da dies bei seiner speziellen Wuchsform unerwünschte Seitenverzweigungen auslösen würde. Bilden sich dennoch starke Triebe, so entfernt man diese ganz oder schneidet auf ca. drei Zentimeter zurück. Wird im August geschnitten, folgt kein Neuaustrieb bis zum Herbst und die Triebbildung im folgenden Frühjahr fällt zudem eher schwach aus. Bei Birnen pinziert man im Sommer nur die Seitentriebe. Ist ein Neuaustrieb erwünscht, werden diese im Spätwinter eingekürzt. Steinobst behält seine säulenartige Form nur durch wiederholte Sommerschnitte. Dabei werden die neuen Triebe laufend eingekürzt und bei zu dichter Krone auch ganz entfernt.

Apfelblüte dicht am Stamm.

JÄHRLICHER ERTRAG GARANTIERT

Bei Säulenapfelbäumen sollten Anfang Juni die in Büscheln sitzenden Jungfrüchte bis auf einen ausgedünnt werden. Dies garantiert einen jährlichen Fruchtansatz von guter Qualität. Unterlässt man dies, so alterniert der Baum, was bedeutet, er bildet nur jedes zweite Jahr Blüten und somit Früchte. Gedüngt wird jeweils im Frühjahr mit einem Obst- und Beerendünger aus dem Handel gemäss Packungsbeilage.

 

PFLANZUNG

Säulenobst ist im Fachhandel ganzjährig im Topf (Containerware) erhältlich. Zur Pflanzung wird das Erdreich doppelt so gross ausgehoben, wie der Container gross ist. Anschliessend den Grubenboden gut lockern. Den vorher gut gewässerten Wurzelballen aus dem Container nehmen, mit einer Gartenkralle leicht aufreissen und so tief ins Pflanzloch stellen, das die Veredlungsstelle (Verdickung am Stamm) ca. handbreit über dem Boden liegt. Dann das Erdreich wieder einfüllen, einen Giessrand formen und den Baum grosszügig angiessen. Folgt eine Trockenperiode, bis zum Wetterumbruch täglich wässern. Bei einer ertragreichen Kultivierung im Topf muss dieser eine Grösse von mindestens 50 x 50 x 50 Zentimeter aufweisen. Im Topfboden wird eine fünf Zentimeter dicke Drainageschicht aus Blähton ausgebracht, welche mit einem Vlies abgedeckt wird.